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Eine Frau in einem Flapper-Kleid aus den 1920er Jahren hält ein Glas Champagner in der Hand und steht vor einem funkelnden goldenen Hintergrund, wobei rechts ein leerer Bereich zu sehen ist.

Politik und Gesellschaft der 20er-Jahre

Heute nennen wir die 1920er „golden“. Bei den „Goldenen Zwanzigern“ denken wir an Aufschwung und rauschende Feste. Doch wie sah es wirklich zu dieser Zeit aus, kurz nach dem Krieg? Deutschland als Verlierermacht musste vieles stemmen, auch eine neue Regierungsart. Mit der Demokratie kamen gegensätzliche Lager, Mordanschläge und rechtsextremistische Attentate. Während die Politik verzweifelt nach mehr Stabilität suchte, bekamen die Menschen auf dem Land nur wenig von Veränderungen mit. Die Städter hingegen versuchten im Tanz ihre Probleme zu vergessen, wenigstens für
kurze Zeit. Im Kostümpalast finden Sie mehr als nur 20er-Jahre-Kostüme und zahlreiches Kostümzubehör.
Begleiten Sie uns ein Stück weit in der spannenden Geschichte der 20er und erfahren Sie, was die Menschen damals bewegte. Mit diesem Hintergrundwissen wird Ihre 20er-Party noch authentischer und zu einem unvergessenen Event. 

Eine Frau in Kleidung aus den 1920er Jahren hält einen mit Perlen verzierten Fächer und einen Cocktail in der Hand; sie trägt eine Perlenkette und ein Flapper-Kleid und sitzt auf einem Pelzüberwurf vor einem Vorhang als Hintergrund. Sepiafarbene Aufnahme.

Vom Kaiserreich in die Demokratie – Politik in der Weimarer Republik

Der verlorene Krieg mündete in ein instabiles Deutschland. Der Kapp-Putsch 1920 des rechten Militärs sollte die sozialdemokratische Reichsregierung stürzen. Es gelang nur zeitweilig. Mordanschläge und Rechtsextremismus waren an der Tagesordnung. Das Ziel waren demokratische Politiker wie Matthias Erzberg und Außenminister Walther Rathenau.

Erst nach der Hyperinflation erschien die junge Weimarer Republik stabiler. Mit dem „Dawes-Plan“ sollten die Reparationszahlungen vom Ersten Weltkrieg einfacher zu bewältigen sein. Doch krisenfest war die Demokratie nicht. Die gegensätzlichen politischen Lager kämpften gegeneinander, es gab keine starken Mehrheiten im Reichstag.

Derweil sorgte die wachsende Arbeitslosigkeit für zunehmendes Misstrauen gegenüber den staatlichen Institutionen. Die Weltwirtschaftskrise 1929 machte das Scheitern des ersten Demokratie-Versuches in Deutschland deutlich.

Wichtige Politiker der 20er


Einige der wichtigen Politiker dieser aufregenden Dekade wollen wir Ihnen kurz vorstellen:

  • ✧Eine der wohl bedeutendsten Persönlichkeiten in den 1920ern war Friedrich Ebert. Als Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands war er ab 1919 bis zu seinem Tod 1925 der erste Reichspräsident der Weimarer Republik.

    ✧Zweimal hatte der Jurist und Politiker Wilhelm Marx das Amt des Reichskanzlers inne: von 1923 bis 1924 und von 1926 bis
    1928. Damit bekleidete er während der Weimarer Republik das Kanzleramt
    am längsten – drei Jahre und einen Monat.

  • Erich Ludendorff beteiligte sich
    in der völkischen Bewegung. Er nahm am Kapp-Putsch und am Hitler-Putsch 1923 teil. Für kurze Zeit durfte er sich Reichstagsabgeordneter der
    Deutschvölkischen Freiheitspartei nennen.

    ✧Auch Gustav Stresemann war im Jahr
    1923 Reichskanzler. Danach übernahm er die Aufgaben des Reichsministers
    des Auswärtigen – heute das Auswärtige Amt. Mit Aristide Briand setzte
    er sich für den Frieden ein und sie erhielten 1926 den
    Friedensnobelpreis.

Ein Mann in Militäruniform und eine Frau tanzen gemeinsam auf einem Bahnsteig neben einem Zug, vor einem schwarz-weißen Hintergrund.

Der gesellschaftliche Alltag: Dorf versus Großstadt

Die Schere zwischen Arm und Reich klaffte weit auseinander. Auf dem Land lebten die Familien in den alten Bauernhäusern immer noch mit ihrem Vieh unter einem Dach, während in den Städten Kinos, Theater und Nachtbars die Menschen aus den Häusern lockten. Das Auto nahm zunehmend die Straßen der Städte ein. In ländlichen Gegenden zogen noch immer Pferde und Ochsen den Karren. Die Landflucht begann und die Städte wuchsen.

Zugleich schürte die Inflation im Jahr 1923 Verunsicherung und Armut. Viele Männer waren im Krieg geblieben. Kinder wuchsen ohne Vater auf. Die Mütter mussten für den Unterhalt sorgen und Gewalt in der Erziehung war weitverbreitet. In dieser Zeit ist es wohl nicht verwunderlich, dass die Emanzipation begann. Auch die Frau wollte Karriere machen. Dennoch blieb es eine Seltenheit. Viele Frauen waren weiterhin für den Haushalt und die Familie zuständig.

Die „Goldenen Zwanziger“, von denen wir heute sprechen, sind tatsächlich nur ein kleiner Teil – ein goldener Teil – in dieser beschwerlichen Zeit. Die schönen Stunden auf dem Tanzsaal und bei einem rauschenden Fest haben sich eingebrannt und bilden die glücklichen Momente der 20er ab.