Krimidinner 20er Jahre
Anne Perius |
Ein Krimidinner ist ein Spiel für mehrere Personen, bei dem durch Rollenspiel gemeinsam der Mörder ermittelt werden soll. Wie der Name schon sagt, findet dies im Zuge eines Essens statt.

Zunächst einmal sollte sich der Gastgeber überlegen, welches Krimispiel er spielen möchte. Je nach Spiel können in der Regel 5-9 Mitspieler teilnehmen. Es gibt aber auch wenige große Krimispiele mit 11-20 Teilnehmern.
Am besten mit allen Personen vorab einen Termin abstimmen, an dem wirklich jeder kann. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an nicht relevanten Rollen, daher sollte auch jeder kommen der zusagt. Ansonsten muss der Gastgeber noch kurzfristig Rollen umverteilen.

Ist ein gemeinsamer Termin gefunden, versendet der Gastgeber die Rollen per Post oder E-Mail (je nach Spiel unterschiedlich), damit sich die Spieler vorab schon einmal Gedanken zur Kostümierung machen können. Manche Anbieter haben bereits Kostümvorschläge auf den Rollenheften oder Kärtchen. Dies sollte am besten mindestens zwei Wochen vorab geschehen, damit die Gäste noch Zeit haben sich entsprechend Gedanken über ihr Kostüm zu machen. Nicht alle Rollen erfordern richtige Kostüme. Ein kleines Accessoire hier und da ist in der Regel ausreichend.
Noch ein Hinweis zur Rollenverteilung: In der Regel sind die Geschlechter gleichmäßig verteilt. Das macht jedoch nichts. Das Krimidinner wird erst richtig witzig, wenn Männer Frauen spielen und
umgekehrt.
Schön ist es natürlich, wenn die Einladungen entsprechend zum Thema gestaltet sind. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Der Gastgeber sollte vorab auch prüfen, ob alles dabei ist. Wenn Material fehlt, muss er sich mit dem Hersteller in Verbindung setzen. Diese reagieren in der Regel kurzfristig und helfen schnell weiter.

Selbstverständlich wird beim Krimidinner nebenher gegessen. Da die meisten Spiele 3-4 Stunden dauern, kann ein mehrgängiges Gericht serviert werden. Jedoch sollte der Gastgeber nicht ewig in der Küche verschwinden. Die Gänge sollten soweit fertig sein zur jeweiligen Spielrunde, da die Gäste sonst zu lange warten müssen. Und er kann auch nicht die ganze Zeit über abwesend sein, da seine Hinweise fürs Spiel ebenso wichtig sind wie die der anderen Teilnehmer. Bleiben Sie auch bei kurzen Pausen (Teilnehmer muss auf Toilette, Raucherpause) stets in Ihrer Rolle. Nur sollten Sie während diesen Gesprächen keine wichtigen Spielinformationen austauschen. Albern Sie einfach ein wenig mit ihren Charakteren herum.
Legen Sie nicht allzu viel Wert auf die Speisen, da sonst das Spielvergnügen darunter leidet. Niemand erwartet ein Gourmet-Gericht mit 5 Gängen. Besonders bietet sich Raclette an oder ein Buffet. Manche Krimidinner-Hersteller haben auch Menüvorschläge zu den einzelnen Spielen. Vielleicht helfen die Gäste auch beim Kochen, damit es schneller geht? Es ist auch keine Schande eine Pizza zu bestellen. Besonders zu Krimidinnern im Mafiamilieu passen Pizza und Pasta hervorragend. Beim Thema Vampire wären blutrote Speisen passend.

Bei der Dekoration des Veranstaltungsortes kann man sich voll und ganz austoben. Findet die Tätersuche direkt am Tatort statt, eignen sich blutige Handabdrücke sowie Absperrband als Dekoration. Auch Kunstblut kann verwendet werden, nur sollte beachtet werden, dass dieses aus Textilien nicht mehr herausgeht. Also nur auf abwaschbaren Oberflächen verwenden.
Je nach Thema des Spiels kann man die Räumlichkeiten natürlich entsprechend ausstatten. Auf einem alten Landsitz hängt man zum Beispiel gruselige Bilder auf. Zum Thema 20er Jahre können alte schwarz-weiß Fotos aufgehängt werden.
Für den Tisch sollten Namensschilder mit den Rollennamen aufgestellt werden, damit sich auch jeder die neuen Namen merken kann. So fällt es auch leichter die anderen Mitspieler anzusprechen und in der Rolle zu
bleiben.

Nicht nur die Dekoration und das Essen sollte dem Thema angepasst sein. Auch die musikalische Untermalung (wenn denn eine gewünscht ist), kann dem Thema des Krimidinners angepasst werden. Es sollte aber wirklich nur leise Hintergrundmusik sein, da natürlich das Gespräch der
Verdächtigen im Mittelpunkt des Abends steht.
Vielleicht möchte der ein oder andere Gast ein Erinnerungsfoto von diesem denkwürdigen Event? Der Gastgeber kann sich überlegen, ob es sich lohnt eine Fotobox zu mieten oder ob er nicht einfach eine kleine Ecke im Raum für lustige Gruppenfotos und Selfies thematisch dekorieren kann.

Der Gast bei einem Krimidinner muss nur die Vorabinformation lesen, die er mit der Einladung erhalten hat, um zu wissen, was seine Rolle ist. Außerdem sollte er sich entsprechend kostümieren. Dabei gilt es vorher mit dem Gastgeber abzusprechen, ob ein richtiges Kostüm mit allem Drum
und Dran erwünscht ist oder ob auch ein paar kleine Accessoires reichen. Wie schon gesagt, kommt es natürlich auch immer auf das Spiel an. Beim Thema 20er Jahre oder Vampire lässt sich verkleidungstechnisch mehr gestalten, als wenn sich Familie Meier im Café trifft.
Sobald alle Gäste ihre Plätze eingenommen haben, sollten sich alle kurz in ihrer Rolle vorstellen. Das hilft sehr beim Beginn, um die anderen Personen besser kennen zu lernen. Je nach Spiel liest nun entweder der Spielleiter den Einleitungstext vor oder es gibt eine Einleitung auf der CD. Jeder Spieler hat nun in der Regel einen eigenen
Text, den er still lesen muss.
Nun beginnt die erste Gesprächsrunde. Dabei wird versucht die zeitlichen Abläufe des Tathergangs zu bestimmen. Jeder Spieler hat Hinweise in seinem Spielheft bekommen und diese sollen nun im Gespräch abgestimmt werden. Manche Dinge versuchen Spieler jedoch geheim zu halten wie zum Beispiel Affären, Spielschulden oder Suchtkrankheiten.
Jedoch darf nur der Mörder lügen. Dabei muss er jedoch aufpassen, dass er das geschickt anstellt und den anderen Spielern nicht widerspricht.
Sind alle der Meinung, dass über diesen Abschnitt genug gesprochen wurde, wird der nächste offizielle Abschnitt vorgelesen und die Spieler erhalten auch in ihren Heften neue Hinweise. Danach folgt die nächste Diskussionsrunde. Die Schritte werden so lange wiederholt, bis es zur Auflösungsrunde kommt.

Wenn alle der Meinung sind, dass genug diskutiert wurde, wird der Mörder des Krimidinner ermittelt. Dabei gibt es drei verschiedene Möglichkeiten:
1. Jeder erklärt reihum wen er für den Mörder hält und warum. Der Nachteil dieser Variante ist jedoch, dass unentschlossene Mitspieler sich von den Vorrednern beeinflussen lassen.
2. Es wird bis drei gezählt und alle zeigen gleichzeitig mit dem Finger auf ihren Verdächtigen.
3. Alle müssen den Namen des mutmaßlichen Täters auf einen kleinen Notizzettel schreiben. Der Spielleiter liest laut vor und jeder kann noch etwas zu seinem Verdachtsfall sagen.
Ist geklärt, wer wen verdächtigt, liest der Spielleiter die Lösung vor. Bei einem Spiel mit CD kommt das Ergebnis vom Band. Wenn nun also der Mörder gefasst ist, endet das Spiel.
Je nachdem wie viel es pro Runde zu diskutieren gibt und wie das Essen ausfällt, kann ein Krimidinner 3-4 Stunden dauern.